Patronat: Polen, Litauen (seit 1636); der Jugend; gegen Pest, Helfer im Kampf gegen Religions- und Vaterlandsfeinde
Nationalheiliger Litauens
Kasimir, zweiter Sohn des polnischen Königs Kasimir IV. Jagiello und seiner Frau Elisabeth, wurde am 5. Oktober 1458 in Krakau/Kraków in Polen geboren. 1471 wollten ihn die ungarischen Adligen auf den Thron setzen, doch sein Rivale Matthias Corvinus, der Sohn des berühmten Türkenhelden und ungarischen Reichsverwesers Johann Hunyady, verhinderte dies und wurde selbst zum ungarischen König gesalbt. Kasimir akzeptierte das, gingen seine Neigungen doch eher zu geistlichen als weltlichen Dingen, insbesondere war er ein glühender Verehrer der Jungfrau Maria. 1481 lehnte er eine geplante Verheiratung mit der Tochter des Kaisers Friedrich III. mit der Begründung ab, er habe Keuschheit gelobt. Während sein Vater in Litauen weilte, führte er für diesen von 1479 bis 1483 die Regentschaft in Polen, wo er wegen seines frommen Lebens, aber auch wegen seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinnes bei den Menschen sehr beliebt war. Exzessives Fasten und das Schlafen auf dem nackten Boden und andere Kasteiungen schwächten ihn allerdings zunehmend, so dass er auf einer Reise zu seinem Vater am 4. März 1484 in Grodno in Litauen (heute Weißrussland), erst 25 Jahre alt, an Erschöpfung starb. Man setzte ihn in der Kirche des Heiligen Stanislaw bei, später wurden die Gebeine in die Kathedrale von Wilna (Vilnius, Litauen) umgebettet. 1602 wurde er von Papst Clemens VIII. heiliggesprochen, 1636 von Papst Urban VIII. zum Schutzheiligen Litauens erklärt.
Darstellung: als Prinz in kostbaren Gewändern mit den Wappen Polens und Litauens
Attribute: Zepter, abgelegte Krone, Kruzifix, Lilie (Symbol der Keuschheit)

Quelle: Herder-Verlag