Willigis von Mainz

Namenstage: Willigis

Funktion: Heiliger,Erzbischof von Mainz

Gedenktag: 23. Februar

Patronat: der Wagner

Willigis wurde im 10. Jahrhundert in Niedersachsen geboren und entstammte einer ärmlichen Familie; der Überlieferung nach soll sein Vater Wagner gewesen sein. Über Willigis’ Bildungsweg ist nichts überliefert; angesichts seiner Herkunft war es aber für jene Zeit sehr ungewöhnlich, dass er in den Stand der Geistlichkeit aufstieg. Vermutlich war Bischof Volkold von Meißen (969–92) sein Mentor, der ihm den Besuch der Domschule ermöglichte und den jungen Mann schließlich an den Hof Kaiser Ottos II. entsandte. Dort bewährte sich Willigis als Hofkaplan und Schreiber und stieg 971 zum Reichskanzler auf. 975 wurde Willigis (ohne kanonische Wahl) Erzbischof von Mainz, und im Jahr darauf ernannte ihn Papst Benedikt VII. zum päpstlichen Vikar für Deutschland. Willigis blieb aber weiterhin als Berater für die sächsische Herrscherfamilie tätig und führte nach dem Tod Ottos II. (983) gemeinsam mit dessen Witwe Theophano und seiner Mutter Adelheid (Heiliger) die Staatsgeschäfte bis zur Mündigkeit des Nachfolgers Otto III. im Jahre 994.
In seiner Funktion als Erzbischof von Mainz verschaffte Willigis dem Erzbistum großen Zuwachs an Grund, war ein Förderer des Schulwesens und gründete das Stift Disibodenberg sowie das Benediktinerkloster Jechaburg (Thüringen). Außerdem ließ er in Mainz einen neuen Dom errichten. Dieser brannte jedoch am Tag seiner Weihe, am 29. August 1009, völlig nieder. Die Fertigstellung des Neubaus erlebte Willigis nicht mehr: Er verstarb am 23. Februar 1011 in Mainz, wo er in der Kirche St. Stephan beigesetzt wurde und wo noch heute seine Reliquien ruhen.
Trotz seines Lebens bei Hofe und seiner politischen Macht soll Willigis zeitlebens ein Vorbild an Demut und Bescheidenheit gewesen sein. Täglich ließ er 30 Arme verköstigen und verleugnete nie seine Herkunft als Sohn eines Wagners. Das Wagenrad, das im Wappen von Rheinland-Pfalz zu sehen ist, geht auf den Heiligen Willigis zurück.

Darstellung: in bischöflichem Ornat

Attribute: Mitra, Stab, Pallium, Kirchenmodell; Wagenrad (Hinweis auf seine Herkunft)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010