Polykarp von Smyrna

Namenstage: Polykarp

Funktion: Heiliger, Bischof von Smyrna, Apostolischer Vater, Märtyrer

Gedenktag: 23. Februar

Patronat: gegen Ohrenleiden

Der Heilige Polykarp wurde vermutlich um das Jahr 70 geboren und gilt als einer der »Apostolischen Väter« (frühe Kirchenväter aus dem 1. und 2. Jahrhundert). Er soll ein Schüler des Apostels Johannes gewesen und von diesem zum Bischof von Smyrna (das heutige Izmir im Westen der Türkei) geweiht worden sein. Polykarp hatte großen Anteil an der Verbreitung des Christentums in Kleinasien und stand in regem Austausch mit vielen berühmten Persönlichkeiten wie Ignatius, dem Bischof von Antiochien (Apostolischer Vater und Kanonheiliger), der an Polykarp und dessen Glaubensbrüder einen berühmten Brief verfasste. Zudem war Polykarp der Überlieferung nach der Lehrer des Bischofs Irenäus von Lyon (um 130–202; Heiliger).
Um 154 reiste Polykarp im Namen der kleinasiatischen christlichen Gemeinden nach Rom, wo er an den Verhandlungen um die Festlegung des Ostertermins unter Papst Aniketos (Anicet) teilnahm. Wieder zurück in Smyrna, sah sich Polykarp mit der immer brutaleren Christenverfolgung unter Kaiser Marc Aurel (161–180) konfrontiert. Im hohen Alter von 86 Jahren wurde der Bischof schließlich gefangen genommen. Der Legende nach wurde er am 22. oder 23. Februar des Jahres 155 oder 156 vor einer großen Menschenmenge im Circus aufgefordert, seinem Glauben zu entsagen und den heidnischen Göttern zu opfern. Er blieb jedoch standhaft, beteuerte öffentlich seinen christlichen Glauben und sprach ein letztes Gebet. Daraufhin wurde er zum Tod am Scheiterhaufen verurteilt; die Flammen konnten ihm jedoch nichts anhaben, und so soll Polykarp schließlich durch einen Dolchstoß getötet worden sein.

Darstellung: als Greis in bischöflichem Gewand

Attribute: Mitra, Stab; Scheiterhaufen, Dolch, Palme (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010