Blasius

Namenstage: Blasius

Funktion: Heiliger, Bischof von Sebaste, Märtyrer

Gedenktag: 3. Februar

orthodoxe Ostkirchen 11. Februar

Patronat: einer der Vierzehn Nothelfer; von Dubrovnik und dem Welfenhaus; der Ärzte, Bauarbeiter, Maurer, Gipser, Steinhauer, Gerber, Hutmacher, Schneider, Strumpfwirker, Schuhmacher, Wachszieher, Seifensieder, Wollhändler, Bäcker, Müller und Musiker; der Haustiere und Pferde; für eine gute Beichte; gegen Kinderkrankheiten, Halsschmerzen, Husten, Blasenkrankheiten, Koliken, Blutungen, Geschwüre, Zahnschmerzen und Pest; gegen Sturmschäden

Über das Leben des Heiligen Blasius berichten nur Legenden. Sicher ist jedoch, dass er als Arzt wirkte und Bischof von Sebaste war, der Haupstadt der römischen Provinz Armenia im östlichen Kleinasien (heute Sivas in Kappadokien, Türkei), wo er um 316 während der Christenverfolgungen unter dem oströmischen Kaiser Licinius (308–24) den Märtyrertod erlitt.
Im Osten wird Blasius bereits seit dem 6. Jahrhundert verehrt, in Europa etwa seit dem 9. Jahrhundert. Reliquien von ihm kamen u. a. nach Konstantinopel (Istanbul), Ragusa, dem heutigen Dubrovnik (Kroatien), nach Italien (Mailand, Rom, Neapel, Tarent) und Frankreich (Paris, Montpellier) sowie nach St. Blasien (Kloster im Schwarzwald), Mainz, Trier, Lübeck, Braunschweig und Köln. Als Nothelfer schon in der Pestzeit des 14. Jahrhunderts angerufen, zählt Blasius vom 15. Jahrhundert an zu den Vierzehn Nothelfern. Der gegen Halsleiden wirkende »Blasiussegen« wurde ab dem 16. Jahrhundert gespendet. Dabei wurden zwei geweihte brennende Kerzen gekreuzt vor den Hals gehalten. Junge Hühner und Gänse erhielten »Blasiuswasser« und waren damit gegen Füchse geschützt. Auch Viehhüter schnitzten den Namen des Heiligen in ihre Hirtenstäbe. Der »Blasiustag« bezeichnete den Bauern das Winterende und wurde begangen, indem Kerzen geweiht und Wein, Wasser und Brot in seinem Namen gesegnet wurden. Noch heute werden an seinem Festtag vielerorts auch Pferde gesegnet.

Darstellung: als Bischof im Ornat

Attribute: Mitra, Stab, brennende Kerze bzw. zwei gekreuzte Kerzen; eiserner Wollkamm (Martyrium), Wolf oder Schwein bzw. Schweinskopf (Blasius soll bewirkt haben, dass eine arme Frau ihr Schwein, das ein Wolf geraubt hatte, unversehrt zurückerhielt; sie brachte ihm später als Dank den Schweinskopf, Brot und eine Kerze in den Kerker); Knabe (den er durch sein Gebet von einer verschluckten Fischgräte befreite und somit vor dem Erstickungstod bewahrte)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010