Patronat: des Dominikanerordens, der christlichen Schulen, der katholischen Hochschulen (seit 1880); der Theologen, Philosophen, Studenten, Buchhändler, Bleistifthersteller; für Reinheit und Keuschheit; gegen Blitzschlag, Unwetter und Sturm
Thomas von Aquin entstammte einem langobardischen Adelsgeschlecht und wurde vermutlich im Frühjahr des Jahres 1225 in der Nähe von Neapel geboren. Mit fünf Jahren wurde er von seinen Eltern in die Schule des Benediktinerklosters Monte Cassino geschickt, mit etwa 14 Jahren begann er in Neapel zu studieren. Dort lernte er den noch jungen Dominikanerorden kennen und trat ihm – gegen den Willen seiner Eltern – 1244 bei. Seine Familie ließ nichts unversucht, ihn wieder zum Austritt zu bewegen und hielt ihn über ein Jahr lang im heimatlichen Schloss Roccasecca gefangen. Thomas beharrte auf seinem Entschluss und konnte 1245 seine Studien fortsetzen. Dazu ging er zunächst nach Bologna, dann nach Paris, wo er sich der Philosophie und der Theologie widmete. 1248–52 war er in Köln Schüler des berühmten Gelehrten Albertus Magnus (Heiliger). Danach wirkte er selbst als Lehrer, anfangs in Paris, später in Rom, Viterbo und Orvieto. 1256 wurde er Magister der Theologie, im Jahr darauf Professor. 1261–68 war Thomas unter den Päpsten Urban IV. und Clemens IV. als Lector curiae tätig, 1269–72 unterrichtete er erneut in Paris, danach in Neapel.
Auf der Reise zum zweiten Konzil von Lyon, wohin ihn Papst Gregor X. (Seliger) als Berater geladen hatte, erkrankte er und starb am 7. März 1274 im Zisterzienserkloster Fossanuova bei Sonnino (südlich von Rom). (Der Großteil seiner Gebeine wurde 1369 in den Dom von Toulouse überführt.)
Thomas von Aquin, der sowohl ein äußerst scharfsichtiger und analytischer Denker als auch ein tiefgläubiger Mann war, hinterließ ein umfangreiches Werk, das ihn zum bedeutendsten katholischen Theologen und Philosophen des Mittelalters machte. Zu den bekanntesten Schriften gehören das »Lehrbuch der Theologie« (»Summa theologiae«) und das »Lehrbuch gegen die (ungläubigen) Völker« (»Summa contra gentiles «) ebenso wie seine Kommentare zur Bibel und zu Aristoteles. Ihm gelang es wie keinem anderen zuvor, der Theologie den Charakter einer Wissenschaft zu verleihen und darzulegen, dass sich Glaube und Vernunft durchaus nicht widersprechen.
1323 wurde Thomas von Aquin von Papst Johannes XXII. heiliggesprochen, 1567 von Papst Pius V. (Heiliger) zum Kirchenlehrer (»Doctor ecclesiae«) erhoben. Leo XIII. erklärte seine Lehre, den »Thomismus«, 1879 zur offiziellen Philosophie der Kirche und verpflichtete die Seminarien, Thomas’ Methode, seinen Prinzipien und seiner Theorie zu folgen.
Darstellung: als Dominikaner in weißem Habit und schwarzem Kapuzenmantel
Attribute: Buch, Schreibfeder, Tintenfass (Gelehrsamkeit); Lilie (Symbol der Reinheit; »Doctor angelicus«); Taube (Symbol der Erleuchtung durch den Heiligen Geist); Sonne, Stern oder Edelstein auf der Brust (die Kirche »erleuchtend«); Kruzifix, Christusmonogramm IHS (tiefe Frömmigkeit); Kelch oder Monstranz (als Dichter des Fronleichnamsoffiziums); Kardinalshut, Mitra oder Bischofsstab zu Füßen (Symbole für die Ablehnung aller kirchlichen Ehrenämter)

Quelle: Herder-Verlag