Marcellus I.
Namenstage: Marcel
Funktion: Heiliger, Bischof von Rom (Papst), (Märtyrer)
Gedenktag: 16. Januar
orthodoxe Ostkirchen 7. Juni
Patronat: der Stallknechte
Marcellus I., im »Liber Pontificalis«, einer mittelalterlichen Papstchronik, als Nachfolger des im Jahr 304 verstorbenen Marcellinus (Heiliger) geführt, übernahm nach längerer Vakanz des römischen Bischofsstuhls im Mai 306 oder 307 die Leitung der Gemeinde. Er soll nach dem Ende der Verfolgungen unter Kaiser Diokletian (284–305) die kirchliche Verwaltung und die Seelsorge in Rom reorganisiert und sich um die Wiederherstellung zerstörter Kirchen und Friedhöfe bemüht haben.
Im Jahr 308 oder 309 sei er wegen des ausgebrochenen Streits um die Wiederaufnahme der während der Verfolgung unter Kaiser Diokletian (284–305) vom Glauben Abgefallenen (Lapsi) von Kaiser Maxentius (306–12) in die Verbannung geschickt worden und wenig später an Entbehrung gestorben, weshalb man ihn als Märtyrer verehrte.
Andere Quellen berichten, dass der römische Bischofsstuhl zwischen Marcellinus und Eusebius (Heiliger), der im Jahr 308, 309 oder 310 vom 18. April bis 17. August als Führer der Christengemeinde amtierte und in der Verbannung auf Sizilien starb, unbesetzt war. In den verschiedenen Überlieferungen und Legenden geraten die Namen Marcellinus und Marcellus häufig durcheinander, so dass es sich möglicherweise um ein und dieselbe Person handelt.
Darstellung: in päpstlichen Gewändern oder als Stallknecht
Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Buch; Esel, Pferdestriegel (weil er der Legende nach aus der Stadt verwiesen und zur Arbeit in den öffentlichen Ställen verurteilt wurde)