Dagobert II.

Namenstage: Dagobert

Funktion: Heilige, König der Franken, Klostergründer, Märtyrer

Gedenktag: 23. Dezember

Patronat: Stenay (Frankreich)

Dagobert, um 652 als Sohn Siegberts III., Königs von Austrasien (östliches Frankenreich) und der Hymnehilde geboren, bestieg schon mit vier Jahren den Thron Austriens. Der Hausmeier Grimoald führte die Vormundschaft, erstrebte allerdings die Regentschaft für seinen eigenen Sohn Childebert, so wie es ihm von Siegbert III. zugesagt worden war. Er ließ den kleinen Dagobert zu Bischof Dido von Poitiers und später nach Irland ins Kloster Slane nahe Dublin schaffen und verbreitete die Nachricht von seinem Tod. Dagobert genoss dort und in England eine gute Erziehung, u. a. durch Bischof Wilfried von York (Heiliger). 666 heiratete er die englische Prinzessin Mechtilde, die ihm mehrere Kinder schenkte, aber früh starb.
Nach Grimoalds Tod im Jahre 673 schlug Dagoberts Mutter Hymnehilde den Großen des Reiches ihren Sohn als König vor, worauf er in Metz gekrönt wurde. Er ließ Kirchen und Klöster bauen bzw. wieder errichten, historisch gesichert ist die Gründung der Klöster Surburg und Weißenburg im Elsass. Mehr und mehr zog er sich aus der Politik zurück, um sich frommen Übungen und wohltätigen Werken zu widmen, und überließ die Herrschaft zunehmend seinem Hausmeier Pippin von Heristal.
Nachdem zwischen Austrasien und Neustrien (Neustrien bzw. Neustria war in der Zeit von 511 bis 737 der nordwestliche Teil des fränkischen Reiches zwischen Loire und Schelde) neue Kämpfe aufgeflammt waren, veranlasste der neustrische Hausmeier Ebroin die Beseitigung des jungen Königs: Bei Stenay an der Maas erstach man Dagobert auf einem Jagdausflug am 23. Dezember 679 hinterrücks mit einer Lanze. Wahrscheinlich wurden anschließend die übrigen Mitglieder der Königsfamilie ebenfalls ermordet. Seinen Leichnam brachte man zunächst nach Rouen und um das Jahr 872 nach Stenay an der Maas zurück. Bald setzte seine Verehrung als Märtyrer ein. In manchen Legenden verbindet man ihn mit Dagobert I. zu einer Person.

Darstellung: in königlicher Kleidung

Attribute: Krone, Zepter; Kirchenmodell; Palmzweig, Nagel oder Lanzenspitze (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010