Knud von Dänemark

Namenstage: Knut

Funktion: Heiliger, König von Dänemark, Märtyrer

Gedenktag: 10. Juli

Patronat: Dänemark

Der um 1040 in Dänemark geborene Knud war einer der 13 Söhne des Königs Sven II. Estridsen. Nach dem Tod seines Bruders Harald Hen im Jahr 1080 wurde Knud König. Anders als sein friedfertiger Bruder, der sowohl zu seinen Untertanen als auch zu Papst Gregor VII. (Heiliger) um ein gutes Verhältnis bemüht war, orientierte sich Knud eher an der deutschen Kirchenmacht und war auf Expansion seines Reichsgebietes bedacht. Schon als Prinz hatte er an Kreuzzügen gegen heidnische Völker teilgenommen. Auch seine Eheschließung war politisch motiviert: Der Vater seiner 15-jährigen Braut Adela von Flandern galt als Feind Wilhelm des Eroberers; Knuds Englandfeldzug im Jahr 1085 jedoch scheiterte. Die Geschichtsschreibung sieht Knud als tyrannischen Herrscher, der mit Gewalt in seinem Reich das Christentum festigte, strenge Fastenvorschriften erließ und den Kirchenzehnten einführte. Dadurch brachte er sowohl den Adel als auch die Bauern gegen sich auf. 1086 kam es zu einem vom Adel unterstützten Aufstand der Jüten und Schleswiger, die die auferlegte Steuerlast nicht mehr tragen konnten. Knud wollte sich in Sicherheit begeben und ging nach Odense auf Fünen, wo er am 10. Juli 1086 in der von ihm gegründeten St.-Alban-Kirche ermordet wurde.
Unbestritten ist aber Knuds Rolle als großer Gönner der Kirche: Seine Schenkungen in Roskilde, Dalby, Odense oder Lund ermöglichten den Bau von Kirchen und Kathedralen. Der sakrale Ort seines Todes und eine Hungersnot um 1090, die als göttliche Strafe für Knuds Ermordung interpretiert wurde, führten zu einer baldigen Verklärung seiner Person, die in tendenziösen Lebensbeschreibungen und Legenden Niederschlag fand. An Knuds Grab sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben. Im Jahr 1100 fand seine Heiligsprechung durch Papst Paschalis II. und die Translation seiner Gebeine in den über seinem Grab errichteten Dom von Odense (der heutigen St.-Knuds-Kathedrale) statt; die Reliquien befinden sich heute noch in der Krypta.

Darstellung: mit königlichen Insignien

Attribute: Krone; Lanze, Pfeile, Keule oder Streitaxt (Ermordung)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010