Patronat: Xanten; Zwickau; Wallis (Schweiz); der Mädchen, Jungfrauen, Ehefrauen, Krankenhäuser, Hochschulen, Bibliotheken, Philosophen, Gelehrten, Theologen, Lehrer, Studenten, Schüler, Redner, Sekretäre, Notare, Rechtsanwälte, Buchdrucker, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Gerber, Schuhmacher, Wagner, Töpfer, Müller, Bäcker, Friseure, Schiffer; gegen Krankheiten aller Art, besonders bei Migräne, Kopf- und Zungenerkrankungen; Helferin bei Milchlosigkeit stillender Mütter, bei Sprechproblemen und bei der Suche nach Ertrunkenen; für eine gute Ernte
gehört zu den Vierzehn Nothelfern
Katharina ist als historische Person nicht zu fassen. Vielleicht vereinen sich in ihr mehrere Märtyrerinnen oder andere Gestalten, so z. B. die bekannte, 415 in Alexandria getötete Philosophin Hypatia.
Der Legende nach war Katharina die Tochter des Königs von Zypern und eine sehr gebildete und belesene junge Frau. Gutaussehend und vermögend war sie außerdem. Der Christenverfolger Kaiser Maxentius hörte von ihr und ihrer Gelehrsamkeit und lud sie ein, mit den 50 besten Philosophen und Rhetorikern des Reiches zu diskutieren und ihren Glauben zu verteidigen. Das gelang ihr mühelos, die Gelehrten hatten gegen ihre klugen Argumente nichts vorzubringen. Nach der Disputatio vollzogen alle das Kaiseropfer, nur Katharina weigerte sich standhaft. Erzürnt ließ der Kaiser sie in den Kerker werfen und verurteilte sie trotz Intervention der Kaiserin zum Tode. Als man sie aufs Rad flechten wollte, zerbrach das Folterwerkzeug. Schließlich schlug man ihr den Kopf ab, worauf aus der Wunde Milch statt Blut floss. Die Augenzeugen waren davon so beeindruckt, dass sich eine große Anzahl von ihnen sofort zum Christentum bekehrte, darunter die Kaiserin selbst, die Henkersknechte und viele Soldaten. Maxentius ließ alle töten.
Nun erschienen Engel und trugen den Leichnam Katharinas zum Berg Horeb (auf dem Sinai, Ägypten), wo Moses einst die Gesetze empfangen hatte. Eremiten begruben sie, und wenige Jahre später errichtete Helena (Heilige), die Mutter Konstantin des Großen (Heiliger), eine Kirche über ihrem Grab, aus dem sich im 6. Jahrhundert das Katharinenkloster entwickelte. Noch heute leben Mönche darin, und innerhalb der Mauern findet sich eine Moschee. Vielleicht ist das Kloster deshalb bis zum heutigen Tag trotz der muslimischen Umgebung nie zerstört oder umgewidmet worden.
Die Verehrung Katharinas verbreitete sich im Osten sehr schnell und erreichte den Westen im 8. Jahrhundert. Um 1300 war sie nach Maria die populärste Heilige, vielleicht weil sie in einem ihrer Gebete versprochen haben soll, für jeden, der sie anruft, ein gutes Wort bei Gott einlegen zu wollen. Sie zählt auch zu den Vierzehn Nothelfern, und viele Volksbräuche haben mit ihr zu tun, etwa der Verzicht auf Tanz und Lustbarkeiten nach ihrem Festtag (25. November) als Vorbereitung auf die Weihnachtszeit.
Auch viele Bauernregeln beziehen sich auf ihren Tag, den 25. November, markiert er doch im bäuerlichen Leben das Ende der Erntezeit und den Beginn der dunklen Jahreszeit:
»Wie St. Kathrein wird’s Neujahr sein.«
»Wie’s um Katharina: trüb oder rein, wird auch der nächste Februar sein.«
1969 wurde ihr Tag als Feiertag aus dem römischen Kalender gestrichen.
Darstellung: als Königstochter in Szenen ihres Lebens (z. B. bei der mystischen Vermählung mit dem Jesuskind, das ihr einen Ring an den Finger steckt)
Attribute: Buch (Gelehrsamkeit), Krone, Kreuz; Rad, Palmzweig, Schwert (Martyrium)

Quelle: Herder-Verlag