Gelasius I.

Namenstage: Gelasius

Funktion: Heiliger, Papst

Gedenktag: 21. November

Gelasius war in Rom geboren, seine Familie stammte aus der römischen Provinz Afrika (Gebiet des heutigen Tunesiens und Teile von Libyen und Algerien). 483 kam er in die Kanzlei seines Vorgängers Felix II. (Heiliger) und wurde, da hochgebildet, dessen wichtigster Berater. Nach Felix’ Tod bestieg er selbst am 1. März 492 den »Stuhl Petri«.
Nach dem Einfall der Ostgoten und der Etablierung ihrer Herrschaft in Italien unterhielt Gelasius I. gute Beziehungen zu ihrem König Theoderich I., obwohl dieser den Arianismus favorisierte. In der Auseinandersetzung mit Ostrom verteidigte er mit bis dahin unbekannter Klarheit und Schärfe den römischen Primat und formulierte die für das ganze Mittelalter maßgebliche Lehre von den zwei Schwertern und den zwei gleichberechtigten, selbstständigen Gewalten (geistlich, weltlich; Zweigewaltenlehre; Staat und Kirche). Die Beschlüsse des Konzils von Chalkedon 451 (Christologie) versuchte er durchzusetzen und kämpfte unermüdlich gegen das Akakianische Schisma und gegen Pelagianer und Manichäer. Letztere vertrieb er aus der Kirche, indem er im Rahmen der Neuordnung der Messfeier die Verwendung von Brot und Wein beim Abendmahlsgottesdienst zwingend vorschrieb; die Anhänger dieser Lehre tranken keinen Wein. Ihre Bücher befahl Gelasius öffentlich zu verbrennen.
Zudem zählte Gelasius I. zu den herausragenden Autoren seiner Zeit. Viele seiner Briefe und liturgischen Texte sind erhalten geblieben. Aber auch die Fürsorge für Arme lag ihm am Herzen. Er forderte z. B. den Klerus auf, ein Viertel seiner Einkünfte an Bedürftige abzugeben.
Papst Gelasius I. starb am 19. November 496 und wurde zwei Tage darauf bei St. Peter beigesetzt. (Sein Grab ist heute allerdings unbekannt.) Zu seinem Nachfolger wurde am 24. November Anastasius II. geweiht, der bis zu seinem Tod am 17. November 498 amtierte.

Darstellung: im Papstgewand

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken), Buch

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010