Karl Borromäus (Carlo Borromeo)

Namenstage: Karl

Funktion: Heiliger, Erzbischof von Mailand, Kardinal

Gedenktag: 4. November

Patronat: Universität Salzburg; Bistum Lugano; des Borromäus-Vereins (katholische Bücherei-Organisation, gegründet 1844, Sitz in Bonn); der Borromäerinnen (katholische Kongregation für Krankenpflege und Werke der Nächstenliebe); der Seelsorger, Katecheten, Priesterseminare; gegen Pest

Carlo wurde am 2. Oktober 1538 auf der Burg Arona am Lago Maggiore in Italien als Sohn einer einflussreichen adligen Familie geboren. Bereits mit zwölf Jahren setzte man ihn auf den Posten des Abts der Benediktinerabtei von Arona. Als 16-Jähriger begann er das Studium der Jurisprudenz in Pavia und schloss es 1559 mit Auszeichungab. Sein Onkel Giovanni Angelo Medici wurde im gleichen Jahr zum Papst Pius IV. gewählt und holte ihn sofort nach Rom. Zunächst arbeitete er als Geheimsekretär, dann als Kardinaldiakon und Verwalter für Mailand. 1561 bis 1563 organisierte er das Konzil von Trient und hatte dadurch wesentlichen Einfluss auf die päpstliche Politik.
Der Tod seines Bruders Frederigo lenkte diese zielstrebige Karriere in eine andere Richtung. Carlo wurde 1563 zum Priester und schon ein halbes Jahr später zum Bischof geweiht. Er widmete sich als Erzbischof vonMailand ganz der praktischen und theoretischen Kirchenarbeit, fußend auf den neuen Beschlüssen des Trienter Konzils, kümmerte sich um die Bildung des Volkes und um Arme, Alte und Kranke, gründete Priesterseminare und ermahnte seine Geistlichen zu Einhaltung von Disziplin und Moral. Er selbst ging durch seine asketische Lebensweise mit gutem Beispiel voran. Als in den Jahren 1570 und 1576 die Pest in der Stadt wütete, stieg durch sein beherztes Engagement sein Ansehen in der Bevölkerung noch mehr, war er sich doch nicht zu schade, persönlich in die Versorgung der Kranken und Hungernden einzugreifen. Aus dieser Arbeit entstand 1578 der Orden der Oblaten des Heiligen Ambrosius.
Resultierend aus diesem unermüdlichen Einsatz für seine Gemeinde stand es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten. Am 3. November 1584 verschied Carlo in Mailand nach mehreren Fieberanfällen, vermutlich hatte er sich die Malaria zugezogen. Seine letzten Worte richteten sich an seinen Herrn: »Ecce venio« (Siehe ich komme). Eine große Menschenmenge begleitete ihn auf seinem letzten Weg in die Krypta des Mailänder Doms. Viele Wunder sollen sich an seinem Grab ereignet haben, so dass seine Verehrung als Heiliger bald einsetzte.
Schon 1602 wurde Carlo Borromeo selig, 1610 von Papst Paul V. heiliggesprochen.

Darstellung: als Bischof oder Kardinal; auch mit Pestkranken neben sich, denen er Trost zuspricht

Attribute: Kreuzstab (mit zwei Querbalken), Kardinalshut, Kruzifix; Geißel, Strick um den Hals (Buße und Sühne); Pfeile, Totenkopf (Pestsymbole)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010