Simon Zelotes

Namenstage: Simon

Funktion: Heiliger, Apostel (einer der zwölf Jünger Jesu), Märtyrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 28. Oktober

orthodoxe Ostkirchen 10. Mai

Patronat: Goslar; der Holzfäller, Maurer, Gerber, Lederarbeiter, Weber und Färber

Das Neue Testament nennt Simon lediglich in Aufzählungen der zwölf Jünger (Matthäusevangelium 10, 4; Markusevangelium 3, 18; Apostelgeschichte 1, 13), sonst findet er keine Erwähnung. Sein Beiname »Zelotes«, der Eiferer, erklärt sich wohl aus seiner früheren Zugehörigkeit zu der gleichnamigen jüdischen Sekte, deren Ziel die gewaltsame Vertreibung der römischen Besatzer war. In der Überlieferung missionierte Simon zusammen mit Judas Thaddäus nach der Himmelfahrt des Herrn in Syrien, Mesopotamien und Persien. Dort prophezeiten sie dem babylonischen Feldherrn Baradach den Sieg, was am nächsten Tag auch prompt eintraf. Man führte sie zum Perserkönig Xerxes, der sich mitsamt dem Hofstaat und Tausenden anderen taufen ließ. Gegen weitere Missionierung und die Zerstörung der Götzenbilder erhoben sich aber die lokalen Priester; sie sollen die beiden Apostel erstochen haben. In einer anderen Version zersägte man Simon in Kolchis (am Schwarzen Meer) bei lebendigem Leibe und erschlug Judas mit einer Keule. Ein gewaltiges Unwetter erhob sich darauf, und ein Blitz traf mehrere Priester und Zauberer.
Angebliche Reliquien werden u. a. in Rom, Köln und Hersfeld verehrt. Simon ist Kanonheiliger der katholischen Kirche, d. h. sein Name wird – wie auch die der anderen elf Apostel – im Messkanon, dem Hochgebet, genannt.

Darstellung: im Apostelgewand (Tunika und Mantel); oft zusammen mit Judas Thaddäus oder den anderen Aposteln

Attribute: Buch oder Schriftrolle (Evangelium); Kreuz, Säge, Keule, Beil, Schwert oder Lanze (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010