Seligsprechung 1947
Heiligsprechung 1950
Patronat: Marianische Kongregation
Maria Teresa Goretti wurde am 16. Oktober 1890 in Corinaldo (Italien, Provinz Ancona) als ältestes Kind einer großen Bauernfamilie geboren. Aus wirtschaftlicher Not zog die Familie 1899 nach Ferriere di Conca bei Nettuno, um dort Land zu pachten. Als Maria zehn Jahre alt war, verstarb ihr Vater an Malaria. Während die Mutter auf den Feldern arbeitete, musste sich das Mädchen um den Haushalt und die jüngeren Geschwister kümmern. Am 5. Juli 1902 versuchte Alessandro Serenelli, der Sohn des Verpächters, die elfjährige Maria zu vergewaltigen. Als sie sich zur Wehr setzte, verletzte er das Mädchen lebensgefährlich mit 14 Messerstichen. Maria wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie am nächsten Tag verstarb. Im Sterben liegend verzieh sie ihrem Mörder. Die Grabstätte Marias befindet sich in der ihr zu Ehren benannten Basilika Nostra Signora delle Grazie e Santa Maria Goretti in Nettuno. Serenelli wurde zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Lange Zeit zeigte er keine Reue, bis er einen Traum hatte, in dem ihm Maria Goretti erschien und ihm eine Lilie überreichte, die in seinen Händen sofort verbrannte. Nach der vorzeitigen Entlassung im Jahr 1928 ging Serenelli als Laienbruder ins Kapuzinerkloster Ascoli Piceno (Provinz Marken) und arbeitete als Klostergärtner. Papst Pius XII. sprach Maria Goretti 1947 selig und am 24. Juni 1950 heilig. Diese Heiligsprechung war aus mehreren Gründen außergewöhnlich: Erstmals fand eine Kanonisation auf dem Petersplatz in Rom vor rund einer halben Million Menschen (unter ihnen waren auch die Mutter Maria Gorettis, ihre Geschwister und Alessandro Serenelli) statt, Maria ist die jüngste aller Heiligen, und wohl erstmalig wurde eine Heiligsprechung nicht nur in lateinischer Sprache, sondern auch auf Italienisch zelebriert.
Darstellung: als junges Mädchen in schlichter Kleidung
Attribute: Lilie (Jungfräulichkeit), Märtyrerpalme

Quelle: Herder-Verlag