Bonifatius I.

Namenstage: Bonifatius

Funktion: Heiliger, Bischof von Rom (Papst)

Gedenktag: 25. Oktober

Bonifatius war ein gebürtiger Römer und wahrscheinlich der Sohn eines Kirchenältesten. Das Jahr seiner Geburt ist nicht bekannt, lediglich dass er unter Innozenz I. (402–17; Heiliger.) als päpstlicher Gesandter in Konstantinopel (heute Istanbul) diente. Einen Tag nach dem Tod von dessen Nachfolger Zosimus (Heiliger) wählte die oppositionelle Diakonenpartei am 27. Dezember 418 den anfangs vom weströmischen Kaiser Honorius (395–423) begünstigten Erzdiakon Eulalius zum neuen Papst, die Mehrheit der Priester aber stimmte am 28. Dezember für Bonifatius. Beide wurden am 29. Dezember in Rom – in zwei verschiedenen Kirchen – geweiht. Eine vom Kaiser in Ravenna einberufene schiedsrichterliche Synode führte im Februar zu keinem Ergebnis, und man vertagte die Entscheidung auf ein Konzil im Mai. Bis dahin sollten sich die Kontrahenten von Rom fernhalten. Eulalius aber widersetzte sich der kaiserlichen Anordnung und besetzte am Karsamstag gewaltsam die Lateranbasilika, wo er am Ostersonntag einen Gottesdienst zelebrieren wollte. Daraufhin wurde er von Honorius für abgesetzt erklärt und aus Rom verbannt. Bonifatius wurde als rechtmäßiger Papst anerkannt.
Obwohl bereits hochbetagt und kränklich, bemühte sich Bonifatius I. mit Erfolg um die Beilegung der Streitigkeiten mit der afrikanischen und gallischen Kirche und verfocht energisch die Rechte der römischen Kirche gegenüber dem Patriarchen von Konstantinopel. 420 veranlasste er zudem ein Reskript des Kaisers: Bei strittigen Wahlen sollte künftig keiner der Gewählten als Papst anerkannt werden, sondern eine Neuwahl stattfinden. Diese erste Papstwahlordnung blieb allerdings ohne praktische Bedeutung.
Papst Bonifatius I. starb nach langer Krankheit am 4. September 422 in Rom. Bereits sechs Tage später wurde der Diakon Coelestin I. als sein Nachfolger ins Amt eingesetzt (bis Juli 432; Heiliger).

Darstellung: im Papstgewand

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010