Lukas

Namenstage: Lukas

Funktion: Heiliger, Gefährte des Apostels Paulus, Maler, Arzt, Evangelist

Gedenktag: 18. Oktober

Patronat: Bologna, Padua, Reutlingen; der Ärzte, Kranken, Künstler, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer, Sticker, Bortenwirker, Buchbinder, Notare, Metzger; des Viehs

Lukas entstammte vermutlich einer heidnischen Familie in Antiochia (heute Antakya, Südosttürkei), wurde Arzt und war hochgebildet. Über sein frühes Leben ist sonst wenig bekannt. Um 51 n.Chr. ging er mit dem Evangelisten Markus und dem Apostel Paulus zum Missionieren nach Griechenland und wohnte eine Zeit lang in Philippi. Als guter Freund des Paulus begleitete er diesen auch nach Jerusalem und als Gefangenen im Jahr 62 nach Rom. Ob er länger dort verweilte, ist unklar. Paulus jedenfalls konnte dort zunächst zwei Jahre ungehindert predigen, fiel aber dann vermutlich den neronischen Christenpogromen des Jahres 64 zum Opfer.
Lukas ging nach Achaia (nördlicher Peloponnes) und starb in hohem Alter von 84 Jahren in Theben (Böotien, Zentralgriechenland).
Seine Gebeine wurden 357 von Kaiser Constantius II. nach Konstantinopel (seit 1453 Istanbul) übertragen und in der dafür gebauten Apostelkirche neben denen des Apostels Andreas und des Timotheus beigesetzt.
Es ist unsicher, ob dieser Lukas der Verfasser des gleichnamigen Evangeliums (geschrieben zwischen 70 und 80 n.Chr., insofern passend zu Lukas’ Aufenthalt in Griechenland) und der Apostelgeschichte ist, Ersteres unterscheidet sich nicht unerheblich von den anderen Schriften des Neuen Testaments: Der Autor zeigt hier eine so hohe (griechische) Bildung und Beredsamkeit, dass man einen Griechen oder hellenisierten Römer als Autor vermutet. Auch versucht das Lukasevangelium als erstes, die historischen Zusammenhänge  der Geschichte Jesu aufzuzeigen. Es richtet sich vor allem an Nicht-Christen und ist bestrebt, ihnen die Heilslehre als frei von nationalen, ethnischen oder religiösen Begrenzungen zu präsentieren. Auch seine Betonung gerechter Beziehungen zwischen Arm und Reich, ja überhaupt das große Verständnis für die Armen, aber auch für Sünder, Verstoßene und Frauen ist im Vergleich zum Rest des Neuen Testaments auffällig.
Lukas muss die Mutter Jesu noch gekannt haben, jedenfalls schreibt man ihm das erste Madonnenbild zu, so dass er seit dem 6. Jahrhundert auch als Maler gilt.
»Lukasgilden« haben sich seit dem 15. Jahrhundert als zunftähnliche Genossenschaften von Malern, Schnitzern, Druckern und anderen kreativen Berufen gebildet. Unter dem gleichen Namen sind Vereinigungen christlicher Ärzte auf nationaler wie internationaler Ebene bekannt. Von dem reichen, mit Lukas verbundenem Brauchtum hat sich sonst kaum etwas bis in unsere Zeit erhalten. Früher gab man am Lukastag dem Vieh geweihte Zettel mit Versen aus seinem Evangelium ins Futter, um es vor Krankheiten und Unfällen zu schützen.

Darstellung: sein Evangelium schreibend oder als Maler der Maria (der Legende nach porträtierte Lukas die Gottesmutter); oft zusammen mit den anderen Evangelisten Matthäus, Markus und Johannes

Attribute: Stier (Evangelistensymbol), Schreibfeder, Tintenfass, Buch oder Schriftrolle (Evangelium), medizinische Geräte,Weltkugel

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010