Patronat: Augsburg, St. Ulrich (Grödnertal/ Südtirol); der Fischer, Reisenden, Wanderer, Weber, Winzer, Sterbenden; gegen Fieber, Körperschwäche, Tobsucht, Tollwut, Hochwasser, Mäuse und Ratten; Helfer bei schwerer Entbindung
Geboren um 890 als Sohn eines alamannischen Edelmanns, des Gaugrafen Hupald von Dillingen, besuchte Ulrich zunächst eine Klosterschule in St. Gallen in der Schweiz und wurde dann Kämmerer bei seinem Onkel Adalbero, dem Bischof von Augsburg. Im Dezember 923 wurde Ulrich selbst Bischof von Augsburg. Ulrich soll ein asketisch lebender, frommerMann gewesen sein, der durch sein starkes politisches Engagement für Augsburg hohes Ansehen bei König Heinrich I. (919–36) und dessen Nachfolger Otto I. dem Großen (Kaiser 962– 73) genoss.
In seine Amtszeit als Bischof fielen die wiederkehrenden Angriffe der Magyaren (Ungarn), auf die er im Jahr 926 mit der Befestigung Augsburgs mit Steinmauern (statt Palisaden) reagierte. 955 befehligte er selbst die erfolgreiche Verteidigung der Stadt gegen die angreifenden Ungarn und bereitete damit den Sieg der nahenden Truppen des deutschen Kaisers vor (»Schlacht auf dem Lechfeld« am 10. August 955). Als Dank für seine Leistungen erhielt Ulrich von Otto I. das Münzrecht für die Stadt Augsburg. Nach dem Ende der Kriegshandlungen widmete sich Ulrich dem Wiederaufbau seines zerstörten und geplünderten Bistums. Später zog er sich zunehmend aus der Verwaltung zurück undwidmete sich mehr und mehr geistlichen Aufgaben. Er förderte die Ausbildung des Klerus und besuchte häufig die von ihm unterstützten Klöster. Auch pilgerte er mehrmals nach Rom.
Rund ein Jahr vor seinem Tod wollte Ulrich sich aus seinem Amt zurückziehen und in ein Kloster gehen, dies wurde ihm aber nicht gestattet. Am 4. Juli 973 starb Ulrich in Augsburg und wurde in der von ihm wieder aufgebauten Kirche St. Afra beigesetzt.
Ulrich von Augsburg war der Erste, der in einer förmlichen Kanonisation am 31. Januar 993 von Papst Johannes XV. persönlich heiliggesprochen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren dafür die regionalen Kirchenstellen zuständig. Schon zu Lebzeiten genoss Ulrich von Augsburg ein hohes Ansehen beim Volk, und auch nach seinem Tod setzte sich seine Beliebtheit fort. Heute noch soll das Wasser aus einem »Ulrichsbrunnen « gegen verschiedene Leiden helfen, und am Festtag des Heiligen wird ein besonders süffiger Wein namens »Ulrichsminne« getrunken. Die Grabstätten der Heiligen Afra und des Heiligen Ulrich, den beiden Schutzpatronen des Bistums Augsburg, in der Ende des 15. Jahrhunderts errichteten Kirche St. Ulrich und Afra in Augsburg sind noch heute ein viel besuchtes Wallfahrtsziel.
Darstellung: als Bischof im Ornat Attribute: Mitra, Stab, Buch (Evangelien); Pferd (Schlacht am Lechfeld); Fisch (Legende vom Freitagswunder: Ulrich gab einem Boten versehentlich an einem Freitag einen Braten für den Bayernherzog mit; als dieser ihn als Fastenbrecher bezichtigen wollte, war das Fleisch zu Fisch geworden); Ratten (Erde von Ulrichs Grab soll Ratten und Mäuse vertreiben)

Quelle: Herder-Verlag