Helena Kowalska kam am 25. September 1905 in Glogowiec (Polen) als drittes von zehn Kindern einer Bauernfamilie zur Welt. Aus finanziellen Gründen konnte das Mädchen nur ein paar Jahre zur Schule gehen und musste sich bald als Dienstmagd verdingen. Schon früh hatte sie den Wunsch verspürt, ihr Leben Gott zu widmen und Nonne zu werden, allerdings gestatteten ihr dies die Eltern nicht. Helena folgte ihrem Gewissen und trat schließlich am 1. August 1925 ohne das Einverständnis der Eltern in den Orden der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit in Warschau ein, nachdem sie eine Vision von Jesus erlebt hatte. Sie erhielt den Namen (Maria) Faustyna und arbeitete als Köchin und Gärtnerin des Klosters in Plock, Wilna und Krakau, wo sie 1933 ihre ewigen Gelübde ablegte.
Auf Anregung ihres Beichtvaters hin begann Faustyna ein Tagebuch zu führen, in dem sie ihre mystischen Erscheinungen Jesu und der Gottesmutter niederschrieb. Ihr großes Thema war die göttliche Barmherzigkeit, die sie durch das Gebet und Sühneleistungen für die Menschheit erbat.
Am 5. Oktober 1938, im Alter von nur 33 Jahren, verstarb Faustyna im Kloster Josefow in Krakau an den Folgen einer Lungentuberkulose und wurde auf dem Klosterfriedhof beerdigt. Am 18. April 1993 sprach Papst Johannes Paul II. die Nonne in Rom selig; am 30. April 2000, dem Weißen Sonntag (der zugleich als Festtag der Göttlichen Barmherzigkeit bestimmt wurde) erfolgte die Heiligsprechung, ebenfalls durch Papst Johannes Paul II.

Quelle: Herder-Verlag