Robert Bellarmin (Roberto Francesco Romolo Bellarmino)

Namenstage: Robert, Robin

Funktion: Heiliger, Jesuit, Kardinal, Erzbischof von Capua, Literat, Kirchenlehrer

Gedenktag: 17. September

Patronat: der Katecheten

Robertos Mutter scheint eine begeisterte Anhängerin des Jesuitenordens gewesen zu sein. Als ihr Sohn am 4. Oktober 1542 in Montepulciano (bei Siena, Toskana) geboren wurde, war klar, dass er eine Laufbahn als Kleriker einschlagen würde. Mit 18 Jahren trat er den Jesuiten bei, die ihm eine hervorragende Ausbildung an den Universitäten in Rom, Padua und Löwen (Leuven, unweit Brüssel, Belgien) ermöglichten. Er wurde Professor der Theologie und las zunächst in Löwen, ab 1576 bis 1588 an der päpstlichen Universität, der »Gregoriana«, in Rom, wo er für Kontroverstheologie zuständig war. 1592 wurde er Rektor, 1594 war er Provinzial der Jesuiten in Neapel. Seine allzu offene Kritik an der weltlichen Macht der Päpste hatte dazu geführt, dass man ihn aus dem Vatikan entfernte. Papst Clemens VIII. holte ihn zurück nach Rom, rehabilitierte ihn und ernannte ihn 1599 zum Kardinal, um ihn nur wenige Jahre später, des Kardinalshutes beraubt, als Bischof nach Capua zu schicken. Wieder hatte er sich in die päpstliche Entscheidungsgewalt eingemischt. Nach dem Tod des Papstes 1605 ging er nach Rom zurück und arbeitete als Kardinal in verschiedenen hohen kirchlichen Positionen, etwa als persönlicher Berater Leos XI.
1616 ließ man Roberto die Verwerfung des kopernikanischen Weltbildes durch die Indexkongregation an Galileo Galilei überbringen, was ihn hart angekommen sein mag, war er doch ein Anhänger des großen Mathematikers und Astronomen. Den berüchtigten Prozess 1632/33 erlebte er nicht mehr. Roberto starb am 17. September 1621 und fand sein Grab in der Jesuitenkirche in Rom. Seine Seligsprechung wurde bereits 1627 eingeleitet, aber immer wieder vertagt. Der allzeit kritische Geist war den christlichen Oberhirten offenbar noch lange nach seinem Tode suspekt. Robertos offizielle Seligsprechung erfolgte erst am 13. Mai 1923 durch Pius XI., der am 29. Juni 1930 auch die Heiligsprechung folgen ließ und ihn im Jahr darauf außerdem zum Kirchenlehrer ernannte.
Roberto hatte viele theologische Werke verfasst, u. a. den »Index Haereticorum « (Aufzählung der Häretiker) und seinen »Kleinen Katechismus«, der in 60 Sprachen übersetzt 400 Auflagen erreichte und in Italien noch heute benutzt wird. Seine historische Bedeutung liegt in seinem unablässigen und streckenweise erfolgreichen Kampf gegen die Reformation.

Darstellung: als Jesuit oder im Kardinalspurpur

Attribute: Kreuz; Buch (Gelehrsamkeit)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010