Adrianus von Nikomedia

Namenstage: Adrian

Funktion: Heiliger, Märtyrer, Gatte der Heiligen Natalie

Gedenktag: 8. September

orthodoxe Ostkirchen 26. August

Patronat: Grammont bei Gent (Belgien) und Lissabon (Portugal); Soldaten, Gefängniswärter, Scharfrichter, Schmiede, Boten, Bierbrauer; gegen Pest, eheliche Unfruchtbarkeit, plötzlichen Tod
wird besonders verehrt in Portugal, Frankreich, Belgien und den Niederlanden

Adrianus war der Legende nach (sichere historische Daten gibt es nicht) ein Ende des 3. bzw. Anfang des 4. Jahrhunderts in Nikomedia (heute Izmit südöstlich von Istanbul, Türkei) mit der Christenverfolgung beauftragter römischer Hauptmann. 23 Christen, die um ihres Glaubens willen die schrecklichsten Folterqualen zu erdulden bereit waren, beeindruckten ihn derart, dass er sich zum Christentum bekehrte, was um 300 zu seinem Martyrium und Tod führte: Auf einem Amboss wurden ihm mit einer Eisenstange die Beine zerschmettert und mit einem Beil die Hände abgehackt. Sein Leichnam (und die der mit ihm hingerichteten 23) wurde von Glaubensbrüdern heimlich nach Byzanz, dem späteren Konstantinopel und heutigen Istanbul, gebracht und dort bestattet. Papst Honorius I. (625–38) ließ seine Gebeine nach Rom überführen, wandelte den Sitzungssaal des Senates am Forum Romanum in eine Kirche um und weihte sie dem Heiligen Adrianus. Später brachte man die Reliquien nach Flandern, wo Graf Balduin von Boulogne, einer der Hauptführer des 1. Kreuzzugs (1096–99) und spätere König Balduin I. von Jerusalem (1100–18), im Jahre 1088 die Stadt Grammont und die Abtei St. Adrian gründete.

Darstellung: in kriegerischer Rüstung; als junger Patrizier in Tunika und Mantel; während des Martyriums gemeinsam mit seiner Frau, der Heiligen Natalie (sie soll ihm Mut zusprechend beigestanden haben)

Attribute: Eisenstange, Schwert oder Beil, Amboss, abgehackte Hand (Martyrium); Löwe (weil ihn die wilden Tiere verschonten); Fahne mit Kreuz

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010