Patronat: Diözese Feldkirch; gegen Halsschmerzen; für eine glückliche Entbindung
besonders verehrt in Freiburg im Breisgau, Rottenburg-Stuttgart; St. Gallen (Schweiz)
Der aus dem Geschlecht der Udalrichinger stammende Gebhard wurde 949 in Bregenz am Bodensee geboren. Seine Mutter starb unmittelbar vor der Geburt, weshalb er durch einen Kaiserschnitt zur Welt gebracht worden sein soll (daher wird Gebhard für eine gute Entbindung angerufen). Seine Ausbildung genoss er an der Domschule von Konstanz am Bodensee unter seinem Onkel, Bischof Konrad I. (um 900–975; Heiliger), der ihn zum Priester weihte. 979, bereits im Alter von 30 Jahren, wurde Gebhard von Kaiser Otto II. im Mainzer Dom zum Bischof von Konstanz geweiht. Er war Berater von Kaiserin Theophano und wurde Taufpate ihres Sohnes Otto III. (ab 996 Kaiser).
Als Bischof setzte Gebhard das Werk seines Onkels fort: Wie dieser sorgte er sich um die Festigung des Glaubens sowie das Wohlergehen der Bedürftigen seines Bistums und setzte sein Erbe für Kirchenstiftungen ein. So wendete er zur Gründung des Benediktinerklosters Petershausen in Konstanz im Jahre 983 einen großen Teil seines eigenen Vermögens auf. Für die dem Heiligen Papst Gregor I. dem Großen (590–604) geweihte Klosterkirche brachte er von einer Romreise im Jahre 989 eine Kopfreliquie von Papst Gregor mit, ein Geschenk des Papstes Johannes XV. Der Legende zufolge soll Gebhard mit Hilfe seines Bischofsstabes einen Lahmen geheilt haben. Die Verehrung Gebhards setzte schon unmittelbar nach seinem Tod am 27. August 995 ein. Er wurde in der Abteikirche von Petershausen bestattet, die feierliche Erhebung seiner Gebeine am 27. August 1134 entsprach seiner Kanonisation. Während der Reformation wurden seine Gebeine 1530 vernichtet. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich eine Wallfahrt auf den Gebhardsberg bei Bregenz, wo ihm 1723 an der Stelle des ehemaligen Geburtsschlosses eine Kapelle geweiht wurde.
Der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet sowie die Bistümer Rottenburg-Stuttgart und St. Gallen feiern den Gedenktag für Gebhard gemeinsam mit jenem des Bischofs Konrad I. von Konstanz am 26. November.
Darstellung: im Bischofsornat
Attribute: Mitra, Stab; Kirchenmodell (Klostergründung); Totenkopf und Tiara (Hinweis auf die von ihm aus Rom nach Konstanz mitgebrachte Kopfreliquie von Papst Gregor I.)

Quelle: Herder-Verlag