Ein Sämann ging hinaus, um zu säen

11.09.2026 | Beobachtungen von Jochen Winter

Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Mt 13,3-8 
 
Binta aus Gambia hat ihre Abschlussprüfung zur Pflegehelferin bestanden.
 
Abdullah aus Syrien hat seinen Hauptschulabschluss geschafft.
 
Aboubakar hat einen Schulplatz als Pflegehelfer und nun auch einen Praktikumsplatz – hoffentlich wird daraus ein Ausbildungsvertrag.
 
Mohamad aus Guinea hat einen Ausbildungsvertrag zum Schornsteinfeger unterschrieben. Am Freitag diese Woche bekommt er seinen Hauptschulabluss überreicht.
 
Kalilu aus Gambia hat nach 10 Jahren in Deutschland endlich einen Aufenthaltstitel.
 
Familie Sayd aus Pakistan hat im Berufungsverfahren tatsächlich Asyl bekommen. Vom BAMF sind sie rundweg abgelehnt worden.
 
Mohammed aus Guinea hat die B1 Prüfung bestanden.
 
Chuks aus Nigeria hat nach 8 Jahren in Deutschland endlich einen Aufenthaltstitel bekommen.
 
Stanley aus Nigeria lebt seit 10 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis und wurde letzte Woche endlich eingebürgert. Sein Weg führte über die Justus-von-Liebig Schule zur Ausbildungsduldung und danach zum Aufenthaltstitel.
 
Ich finde, diese Ernte kann sich sehen lassen.
Bei allen lief der Weg alles andere als glatt und viele dieser Menschen waren / sind sehr pflegeintensiv. Aber es ist sehr schön zu sehen, dass die Saat hier und da tatsächlich aufgeht.
 
Jochen Winter ist als Flüchtlingsseelsorger in Heidelberg und Mannheim tätig. Er sorgt dafür, dass die Menschen trotz aller auf der Flucht erfahrenen Widrigkeiten, trotz aller Steine im Ankommensprozess in Deutschland tröstlich spüren: Gott ist in allem, er ist da, er sieht mich.