Das Gesicht hinter dem Namen: Sterbekarten
11.06.2026 |
Das nachfolgend thematisierte Medium ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt: Sterbekarten oder -bilder, auch Toten- oder Trauerzettel, um eine Auswahl zu nennen, wurden zur Erinnerung an die Verstorbenen erstellt und unter anderem bei der Bestattung an die Trauergäste verteilt. Im 19. Jahrhundert waren Sterbekarten ein etablierter Bestandteil des Totengedenkens, dessen Anfänge sich in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen lassen.
Das EAF besitzt eine umfangreiche Anzahl an Sterbebildern von Geistlichen. Die Karten sind kleinformatig (zwischen ca. 8x12cm und 10x15cm) überwiegend vierseitig, seltener zweiseitig. Die Vorderseite ziert oftmals eine farbige Abbildung, z. B. Heiligen- oder Andachtsbilder, manchmal ergänzt durch ein Zitat aus der Bibel. Bibelzitate können auch auf der Rückseite oder im Karteninnern platziert sein. Auf den Innenseiten befinden sich Informationen zu dem Verstorbenen, dies beinhaltet mindestens den Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten, in ausführlicheren Varianten auch das Datum der Priesterweihe und die Wirkungsorte. Die Angaben werden durch ein Portrait in Schwarzweiß ergänzt.
Sterbekarten sind unter anderem bedeutsam, weil sie eine Zuordnung zwischen dem Namen einer Person und ihrem Aussehen erlauben. Die Fotos stellen im EAF eine Ergänzung zu Priesterkartei und Personalakten dar. Durch die Erfassung und Digitalisierung der Sterbekarten können Anfragen zu den Amtsträgern, neben Informationen aus ihrem geistlichen Leben und Wirken, auch mit einem Foto beantwortet werden.
Anna Zimmermann
Weitere Informationen zu Sterbekarten im Kontext der Erinnerungskultur oder Familienforschung
- Video: Zeitreise der Sterbebilder im Bistum Augsburg
- Projekte: das Portrait Archiv der ZGF
- Zum Mitmachen: Bayerisches Sterbebilderprojekt

