Start des Digitalisierungsprojekts Kirchenbücher der Erzdiözese Freiburg

30.11.2023 |

Im Mai 2023 startete das Digitalisierungsprojekt der Kirchenbücher des Erzbistums Freiburg. Dabei sollen mehr als 20.000 Kirchenbücher aus der Diözese digitalisiert werden.

Bild von verschiedenen verpackten Kirchenbüchern die zur Abholung bereitstehen
Eine "Fuhre" verpackter Kirchenbücher die zur Abholung bereitstehen.
In den nächsten fünf Jahren werden dazu monatlich 300-400 Bücher händisch geprüft, verpackt, abgeholt und durch einen Dienstleister digitalisiert. Danach müssen die Digitalisate noch qualitätsgeprüft, mit Metadaten versehen, in ein onlinefähiges Format konvertiert und hochgeladen werden. Monatlich fallen also allein neben den logistischen Arbeiten 500 GB an digitalen Bilddaten an, die verarbeitet, kontrolliert und gesichtet werden müssen. Das alles passiert neben dem Tagesgeschäft und wird von mehreren Archivmitarbeiterinnen und -mitarbeitern geleistet.
 
Rechtliche Grundlage dessen ist die Anordnung zur "Sicherung der Kirchenbücher" aus dem Amtsblatt 4/2016  sowie das Kirchenbuchgesetz (KBG) §11(2), veröffentlicht im Amtsblatt 28/2019. Vorausgegangen war dem Projekt eine fast zweijährige Planungs- und Ausschreibungsphase mit diversen Testläufen sowie der Klärung technischer, archivischer und juristischer Fragen. Damit einher ging auch die Zentralisierung der vormals in den Pfarreien verwahrten Kirchenbücher, die anhaltend seit 2015 läuft.
 
Wenn die ersten Bücher online freigeschaltet sind, erfahren Sie dies auf unserer Website sowie dem Blog des Erzbischöflichen Archivs. Bis dahin bitten wir Sie um Geduld, denn wenn wöchentlich aus verschiedenen Orten in der Diözese nach dem aktuellen Stand bestimmter Pfarreien nachgefragt wird, kommen wir weniger schnell voran. Einstweilen stehen Ihnen die Mikrofilme der Kirchenbücher für die Recherche zur Verfügung.
 
Bild eines Regals gefüllt mit historischen Kirchenbüchern
Zum Hintergrund
Das Erzbistum Freiburg wurde 1827 gegründet und umfasst Teile der alten Bistümer Konstanz, Mainz, Speyer, Straßburg, Worms und Würzburg. Es besteht aus knapp 1200 (historischen) Pfarreien, die sich aktuell in 224 Seelsorgeeinheiten gliedern. Von den meisten dieser Pfarreien existieren Kirchenbücher, Familienbücher und sonstige Kirchenmatrikel, die etwa Taufen, Eheschließungen und Sterbedaten unabhängig von sozialer Herkunft, Stand oder Geschlecht dokumentieren. Damit ist diese Quellengattung nicht nur für GenealogInnen und AhnenforscherInnen relevant, sondern auch eine wichtige Quelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Die ältesten Bücher stammen dabei aus dem 16. Jahrhundert und reichen bis in die Gegenwart.
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