hoch & feierlich - Mit Zuversicht in die Zukunft

28.01.2026 | Erster gemeinsamer Gottesdienst mit Investitur von Pfarrer Johannes Kienzler und Einführung des Kernteams

Die Pfarrkirche in Hinterzarten zeigte sich im malerischen Winterkleid. Pünktlich zum Gottesdienstbeginn machte der Hochschwarzwald seinem Namen alle Ehre. Einsetzendes Schneegestöber sorgte zwar dafür, dass für manche, die nicht mit dem Zug aus Löffingen, Neustadt oder aus dem Dreisamtal angereist waren, die Anfahrt etwas beschwerlicher war. Trotzdem war die Kirche mit über 600 Gläubigen mehr als voll, als der feierliche Eröffnungsgottesdienst begann.

 
Über 300 Sängerinnen und Sänger aus 13 Kirchenchören der neuen Pfarrei, viele Ministrantinnen und Ministranten und vor allem die aus allen Gemeinden gekommenen Mitfeiernden machten den ersten gemeinsamen Gottesdienst der neuen Kirchengemeinde Hochschwarzwald zu einer bemerkenswerten und stimmungsvollen Feier.
Unter den Segen Gottes stellen
Am Anfang stand die Investitur von Johannes Kienzler als Pfarrer und die Einführung der weiteren Leitungspersonen der zum 1. Januar errichteten Kirchengemeinde mit ihren rund 32.000 Katholikinnen und Katholiken. Dieser Part oblag Generalvikar Christoph Neubrand aus Freiburg. Neben Johannes Kienzler als Pfarrer, wurden Claudius Dufner als stellvertretender Pfarrer, Veronika Kreutz und Tobias Sentz als leitende Referenten sowie Jürgen Rees als Pfarreiökonom und Marina Winterhalder als seine Stellvertreterin in ihr Amt eingeführt. Auch die Mitglieder des Pfarreirates stellten sich unter den Segen Gottes, den der Generalvikar gemeinsam mit der ganzen Gemeinde spendete.
Kirchenmusikalisches Gemeinschaftsprojekt
Beeindruckend war die musikalische Gestaltung der Messfeier. Aufgeteilt in drei Gruppen und verteilt auf unterschiedliche Orte im Kirchenraum, haben die Chöre ein besonderes Hörerlebnis geschaffen. Im Wechselspiel untereinander sowie im Wechsel mit dem Gemeindegesang haben die Sängerinnen und Sänger unter der Gesamtleitung von Bezirkskantor Johannes Götz außergewöhnlich festliche wie auch meditative Akzente gesetzt.

Generalvikar Neubrand stellte die Zuversicht sowie das hoch und heilige Versprechen christlichen Glaubens in den Mittelpunkt seiner Predigt: Wir sind in Gottes Hand und können mit Gottvertrauen den Weg in die Zukunft gehen. Er dankte allen, die in den letzten Jahren im Prozess hin zur neuen Pfarrei mitgearbeitet haben, und denjenigen, die auch in Zukunft Verantwortung übernehmen, um die Botschaft von der Liebe Gottes lebendig zu halten und Kirche vor Ort im Hochschwarzwald und im Dreisamtal zu gestalten.
Auf gute Zusammenarbeit!
In ökumenischer Verbundenheit sprach am Ende der Feier Pfarrerin Gabriele Heuß aus Lenzkirch für die Evangelischen Schwestergemeinden und den Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald. Sie freue sich auf die weitere Zusammenarbeit und auf viele gemeinsame Projekte.

Zahlreiche Bürgermeister und Ortsvorsteher sowie Vertreter aus dem Wohlfahrtsbereich und weiterer Institutionen der Region waren der Einladung nach Hinterzarten gefolgt. Für die 15 Kommunen, die auf dem Pfarreigebiet liegen, ergriff Bürgermeister Tobias Link aus Löffingen das Wort. Er verwies in seinem Grußwort auf die bleibende Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft.
 
Der Staat lebe von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren könne, zitierte Link den Verfassungsrechtler Böckenförde. Der Staat und seine Institutionen könnten für Rahmenbedingungen wie Sicherheit und Infrastruktur sorgen. Das, was aber im innersten ein Gemeinwesen konstituiert und zusammenhält, müsse aus der Gesellschaft selbst hervorgebracht werden. Hier leiste die katholische Kirche einen unverzichtbaren Beitrag.
"Die Kirche bleibt im Dorf."
Am Ende trat ein sichtlich bewegter Johannes Kienzler ans Mikrofon und bedankte sich bei allen für ihr Mitfeiern. Was er aus diesem Abend vor allem mitnehme, sei das stimmgewaltige Singen und Beten in einer voll besetzen Kirche. Er griff das Bild auf und ermutigte, auch in Zukunft lautstark die Stimme zu erheben, wo die Würde des Menschen verletzt werde oder sich spalterische Tendenzen in der Gesellschaft breit machten.

Leidenschaftlich plädierte er dafür, sich vor Ort in den Gemeinden einzubringen, damit die Kirche im Dorf bleibe. Er freue sich auf die gemeinsame Arbeit mit dem Pfarreirat, den Gemeinde- und Kompetenzteams und allen anderen, die sich in den unterschiedlichen Bereichen und Gruppen engagieren. Ein besonderer Dank richtete er an seine fünf mit ihm beauftragten Kolleginnen und Kollegen im Kernteam, die zusammen mit ihm nun für differenzierte Leitungsaufgaben in der Pfarrei verantwortlich sind.
 
Nach dem lebendigen Gottesdienst war Zeit für Austausch und Gespräch. Noch lange standen die Menschen zusammen und feierten die neue Kirchengemeinde. Motivation und Zuversicht waren spürbar an diesem Abend, an dem das Miteinander und Füreinander in der neuen Struktur erstmals greifbar wurde.
 
Ein Abend, der lange nachklingen wird.