Zwischen Anden und Schwarzwald
08.06.2026 |
Bischof Gilberto Gómez González zu Gast in St. Peter und St. Märgen
Besonderen Besuch durfte die Perugruppe St. Peter/St. Märgen Anfang Mai willkommen heißen: Erstmals kam Bischof Gilberto Gómez aus der Diözese Abancay in den Hochschwarzwald. Die Begegnung stand ganz im Zeichen der langjährigen Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Freiburg und der Kirche in Peru, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum begeht.
Der Schwarzwald zeigte sich von seiner schönsten Seite. Bei strahlendem Wetter und weitem Blick über die Berge zeigte sich der Bischof immer wieder begeistert von der Landschaft. Besonders die Strecke zwischen St. Peter und St. Märgen erinnerte ihn an seine galizische Heimat im Nordwesten Spaniens. Von dort war er 1986 nach Peru aufgebrochen, wo er zunächst das Priesterseminar der Diözese Abancay leitete. Seit seiner Ernennung zum Bischof im Jahr 2001 begleitet und unterstützt er die Partnerschaft mit der Erzdiözese Freiburg.
Die Perugruppe St. Peter/St. Märgen pflegt seit mehr als 25 Jahren enge Kontakte nach Andahuaylas in den peruanischen Anden . Die Perugruppe St. Peter/St. Märgen pflegt seit mehr als 25 Jahren enge Kontakte zu den Partnergemeinde San Pedro sowie der vor 4 Jahren abgespaltenen Gemeinde Divino Niño Jesus in Andahuaylas. Regelmäßige Begegnungen und gegenseitige Besuche bilden das Herzstück dieser Partnerschaft. . Erst im vergangenen Jahr war eine Delegation aus dem Hochschwarzwald zum vierten Mal nach Andahuaylas gereist.
Neben dem persönlichen Austausch unterstützt die Perugruppe verschiedene soziale Projekte in Andahuaylas und den umliegenden comunidades, entlegene Weiler und Dörfer der Andenregion. Ältere und besonders bedürftige Menschen erhalten Lebensmittelhilfen und können an regelmäßigen Begegnungstagen teilnehmen, bei denen neben Gemeinschaft auch eine warme Mahlzeit auf sie wartet. In den abgelegenen comunidades werden Gemüsesamen verteilt, damit Familien ihre Ernährung langfristig sichern können. Zudem erhalten Kinder Schulmaterialien, die ihnen den Schulbesuch erleichtern.
Während seines Aufenthalts lernte Bischof Gilberto verschiedene Orte der Seelsorgeeinheit kennen. Pfarrer Klemens Armbruster führte ihn durch die Klosterkirche St. Märgen und berichtete über das Jubiläum des Gnadenbildes „Maria im Thron“. Auch die Ohmenkapelle, die in diesem Jahr ihr 300-jähriges Bestehen feiert, stand auf dem Programm. Die zahlreichen Danktafeln in der Kapelle zeugen von der Verbundenheit vieler Menschen mit diesem besonderen Ort.
Ein Höhepunkt des ersten Tages war der Besuch des Steinbachhofs zwischen St. Märgen und dem Thurner. Der seit mehr als 900 Jahren bestehende Hof wird heute in der 21. Generation bewirtschaftet. Bischof Gilberto zeigte sich beeindruckt von dieser außergewöhnlichen Geschichte und der tiefen Verwurzelung der Familie in ihrer Heimat. In der historischen Hofkapelle spendete er auf Wunsch der Altbauern Margarete und Wendelin Schwär den Segen.
Der zweite Besuchstag führte die Gäste nach St. Peter. Nach einem gemeinsamen Frühstück bei einem Mitglied der Perugruppe standen die Pfarrkirche und das Geistliche Zentrum im Mittelpunkt. Pfarrer Klemens Armbruster nahm sich Zeit, die Geschichte und Bedeutung dieser Orte vorzustellen und Einblicke in das kirchliche Leben im Hochschwarzwald zu geben. Einen Höhepunkt bildete ein gemeinsamer Gottesdienst in der Hauskapelle des Geistlichen Zentrums. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ließ man es sich nicht nehmen, den Bischof zu seiner nächsten Station in Markdorf zu fahren.
Für die Mitglieder der Perugruppe war der Besuch eine wertvolle Gelegenheit, die Partnerschaft weiter zu vertiefen und den Austausch mit der Diözese Abancay zu pflegen. Zugleich wurde deutlich, dass diese Verbindung weit über materielle Unterstützung hinausgeht. Sie lebt von persönlichen Begegnungen, gegenseitigem Interesse und dem Bewusstsein, Teil einer weltweiten Kirche zu sein.
Trotz der Herausforderungen, vor denen manche Partnerschaftsgruppen heute stehen, blickt Bischof Gilberto Gómez González mit Zuversicht in die Zukunft. Die vielen gewachsenen Beziehungen und die große Herzlichkeit auf beiden Seiten seien ein starkes Fundament dafür, dass die Partnerschaft zwischen Peru und dem Hochschwarzwald auch in den kommenden Jahren lebendig bleibt.
Herzlichen Dank an alle, die an der Organisation des Besuchs beteiligt waren!
Simone Valenzuela
