Jakobus der Ältere (Jacobus Major)

Namenstage: Jakob

Funktion: Heiliger, Apostel (einer der zwölf Jünger Jesu), Bruder des Apostels und Evangelisten Johannes, Märtyrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 25. Juli

orthodoxe Ostkirchen 12., 28., 30. April

Patronat: Nationalheiliger Spaniens und Portugals; der nach ihm benannten Orden, Spitäler und Hospize; der Pilger, Wallfahrer, Waisen, Apotheker, Drogisten, Wachszieher (Kerzenmacher), Strumpfwirker, Hutmacher, Kettenschmiede, Lastenträger, Arbeiter, Krieger; des Wetters, der Äpfel und der Feldfrüchte; gegen Rheumatismus

Um das Leben des Jakobus, einem der zwölf Apostel Jesu, ranken sich zahllose Legenden. Im Markusevangelium der Bibel (3, 17) wird berichtet, dass er der Sohn eines Fischers namens Zebedäus und dessen Frau Salome war. Jakobus soll gerade Netze ausgebessert haben, als Jesus an das Ufer trat und er – gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Johannes, der ebenfalls einer der zwölf Apostel wurde – ihm folgte (Matthäusevangelium 4, 21 und 22). Die beiden gehörten zu den engsten Vertrauten von Jesus und begleiteten ihn bei der Erweckung der Tochter des Jairus (Markusevangelium 5, 37; Lukasevangelium 8, 51), seiner Verklärung auf dem Berg Tabor (u. a. Matth. 17, 1 ff.) und bei seiner Todesangst im Garten Gethsemane (Mark. 14, 33; Matth. 26,37 ff.). Jesus soll die beiden Brüder als »Söhne des Donners« (»Boanerges«) bezeichnet haben (Mark. 3, 17), vielleicht ein Hinweis auf ihren aufbrausenden Charakter. Nach dem Tode Jesu findet sich in der Bibel nur noch der Hinweis, dass Jakobus von König Herodes Agrippa um Ostern des Jahres 44 durch das Schwert hingerichtet wurde (Apostelgeschichte 12, 2). Damit war er der erste Apostel, der den Märtyrertod starb. Bei der Hinrichtung soll Jakobus in letzter Minute noch einen der Henkersknechte zum christlichen Glauben bekehrt haben, worauf dieser ebenfalls enthauptet wurde. An der mutmaßlichen Stelle seines Todes in Jerusalem errichtete Kaiserin Helena im 4. Jahrhundert eine Kirche, die sie ihm weihen ließ. Im 12. Jahrhundert erbauten an der gleichen Stelle die Kreuzfahrer eine Kirche, die heutige Patriarchatskirche der Armenier in Jerusalem. Eine der populärsten Legenden um Jakobus den Älteren kam im 7. Jahrhundert auf und berichtet, dass er nach dem Tode Jesu zunächst in Judäa und Samaria das Evangelium verkündet habe, dann nach Spanien gereist sei und dort gewirkt habe, bevor er wieder nach Jerusalem zurückkehrte. Nach seiner Hinrichtung sei sein Leib von seinen Jüngern in ein steuerloses Boot gelegt worden, das – von Engeln geleitet – an die spanische Küste trieb, genau zu der Stelle, an der Jakobus auf seiner Reise das Land betreten hatte, in Compostela (»Sternenfeld«) in Galicien. Hier soll sein Leichnam begraben worden sein, und sogar die Mauren sollen davor zurückgeschreckt sein, sein Grab zu schänden. Eine Kathedrale wurde über dem Grab errichtet (Beginn des Baus um 1075), und Santiago de Compostela wurde zur Wallfahrtsstätte für Pilger aus der ganzen Welt. Es gibt keine historischen Zeugnisse darüber, ob der Leichnam von Jakobus dem Älteren tatsächlich dort begraben wurde. Aus der Sicht der katholischen Kirche wurden seine Gebeine von Mönchen des Klosters Raithu auf dem Sinai im 7. Jahrhundert nach Spanien gebracht. Um sie vor den Mauren zu schützen, wurden sie in Nordwestspanien bestattet, wo sie zwischen 824 und 829 von dem Eremiten Pelayo gefunden wurden. Der Fundort – Iria Flavia – soll genau der Ort gewesen sein, an dem Jakobus zum ersten Mal Spanien betreten hatte, um das Evangelium zu verkünden. Die große Bedeutung des Apostels für Spanien gründet sich auf zahlreiche Legenden wie z.B. die, dass er in der Schlacht von Clavijo gegen die Mauren im Jahr 843 persönlich in den Kampf eingegriffen und die Schlacht entschieden haben soll. So wurde Jakobus – in Spanien »Santiago« – zum »Herrn Spaniens «, und Spanien in den folgenden Jahrhunderten »Jakobsland« genannt. Papst Sixtus IV. erkannte im 15. Jahrhundert eine Pilgerfahrt nach Compostela als gleichwertig mit einer nach Jerusalem oder Rom an. Auch heute noch kommen jedes Jahr Hunderttausende von Pilgern nach Compostela, viele von ihnen auf dem berühmten Jakobsweg (Camino Santiago), der von Zentralfrankreich über die Pyrenäen nach Galizien führt. Besonders groß ist die Zahl der Pilger in den so genannten Heiligen Jahren, wenn der offizielle Festtag des Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Jakobus ist Kanonheiliger der katholischen Kirche, d. h. sein Name wird – wie auch die der anderen elf Apostel – im Messkanon, dem Hochgebet, genannt.

Darstellung: als Apostel in Tunika und Mantel, als Pilger oder in Ritterrüstung hoch zu Ross als »Matamoros« (Maurentöter) in einer Schlacht gegen die Araber

Attribute: Pilgertasche, -stab, -flasche und Muschel (»Jakobsmuschel« = Emblem der Pilger); Buch oder Schriftrolle; Kreuz, Schwert, weißes Pferd

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010