Startseite per Mail versenden Drucken zurück

Vom Leitbild zur Unternehmenskultur

- 17.03.2010  -  Kirche und Wirtschaft im gleichen Boot

Leitlinien ohne Umsetzungswillen bewirken nichts, erklärte Change-Management-Experte Klaus Doppler in Freiburg Führungskräften aus Kirche und Wirtschaft. "Papier ist geduldig", das wissen die Mitarbeiter.

Doppler1-q.jpg
Doppler1-q.jpg
Foto: Lisa Boscheinen / Erzbistum Freiburg
Dr. Klaus Doppler beim Freiburger Kongress Personalführung.
Freiburg. Veränderungsprozesse sind nach Ansicht des international tätigen Experten und Berater Klaus Doppler „immer eine Zumutung“. Am Mittwoch (17.) sagte der Change-Management-Experte beim ersten „Freiburger Kongress Personalführung“, es habe keinen Sinn, Leitlinien zu formulieren, die dann doch nicht umgesetzt werden. Er empfahl Führungskräften aus Kirche und Wirtschaft, eine Grobrichtung zur Verbesserung der Unternehmenskultur vorzugeben und dann mit kleinen Schritten die Umsetzung anzugehen. An dem Kongress nahmen 130 Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung, Handwerk sowie Kirche und Caritas teil.

In seinem Vortrag erklärte Doppler Konzepte, um die aktuelle Unternehmenssituation zu analysieren und daraus Schritte hin zu einer Verbesserung zu entwickeln. Wo das Feedback zwischen den Hierarchieebenen ausbleibe, können man den Prozess „direkt abschreiben“, so Doppler. Denn „nur wenn Mitarbeiter ernst genommen werden, sind sie auch bereit, sich für neue Konzepte einzusetzen.“ Neu erstellte Leitbilder müssten durch überzeugte Führungspersonen vorangetrieben werden. Schließlich gingen Mitarbeiter zunächst davon aus: „Es wird sowieso nichts passieren; Papier ist geduldig“, sagte der Change-Management-Experte.

Publikum-quer.jpg
Publikum-quer.jpg
Foto: Lisa Boscheinen / Erzbistum Freiburg

Kirche kein „Hort der Wahrheit“ in Fragen der Unternehmenskultur


Nach Überzeugung von Domkapitular Dr. Eugen Maier ist die Kirche auf den Austausch mit anderen angewiesen. Sie sei kein „Hort der Wahrheit“ in Fragen der Unternehmenskultur, sondern brauche das Gespräch - dies gelte auch für die Aktivitäten im Kampf gegen sexuellen Missbrauch, sagte Maier. Die Forderung nach Prävention betreffe alle Bereiche der Gesellschaft: „In Deutschland gibt es viele Initiativen der Zivilgesellschaft und Einrichtungen des Staates gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Sie helfen dabei, Aufklärung und Prävention zu stärken. Wir wollen von ihnen lernen und zeitnah das Gespräch suchen, um klarer zu erkennen, was der Kirche zur Prävention sexuellen Missbrauchs in ihrem eigenen Bereich möglich und abverlangt ist.“

Bereits umgesetzte und gelebte Leitbilder gehören nach den Worten von Klaus Doppler regelmäßig auf den Prüfstand: „Wenn das Umfeld sich wandelt, muss ich meine Werte überprüfen!“ Generalvikar Dr. Fridolin Keck erklärte zum Abschluss, dies gelte auch für die Kirche. Was sie von anderen Organisationen unterscheide, habe das Zweite Vatikanische Konzil so formuliert: Zur Erfüllung ihres Auftrags obliegt der Kirche allzeit die Pflicht, nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten.“

Beim branchenübergreifenden Kongress für Führungskräfte der katholischen Kirche und für Personalverantwortliche der Wirtschaft kooperiert die Erzdiözese Freiburg mit ihrem Caritasverband, mit der Führungsakademie Baden-Württemberg (Karlsruhe), der Handwerkskammer Freiburg sowie der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein.

Vortrag Klaus Doppler:

Zur korrekten Darstellung dieses Inhalts benötigen Sie einen aktuellen Flash-Player:
Get Adobe Flash player


Interview mit Klaus Doppler:

Zur korrekten Darstellung dieses Inhalts benötigen Sie einen aktuellen Flash-Player:
Get Adobe Flash player


Interview mit Generalvikar Keck
Zur korrekten Darstellung dieses Inhalts benötigen Sie einen aktuellen Flash-Player:
Get Adobe Flash player


Interview mit Ulrich Schabel:

Zur korrekten Darstellung dieses Inhalts benötigen Sie einen aktuellen Flash-Player:
Get Adobe Flash player